- E-Zigaretten und Vapes gibt es nicht für Kinder. Abgabe an unter 18-Jährige ist verboten, auch bei nikotinfreien Geräten (§ 10 Jugendschutzgesetz).
- Das Verbot richtet sich an Erwachsene: Händler, Kioske, Automatenbetreiber und Veranstalter. Ein 14-Jähriger, der dampft, bekommt kein Bußgeld.
- Der Konsum in der Öffentlichkeit darf Kindern und Jugendlichen nicht gestattet werden. Polizei oder Ordnungsamt können die Vape nach Landespolizeirecht sicherstellen und die Eltern informieren.
- Nikotin macht schnell abhängig, und Einweg-Vapes enthalten bis zu 20 mg Nikotin pro Milliliter. Viele Jugendliche unterschätzen das.
- Für Kleinkinder ist Liquid giftig. Wurde Liquid verschluckt: sofort den Giftnotruf anrufen, nicht abwarten.
Gibt es E-Zigaretten für Kinder?
Nein. Wer „E-Zigarette für Kinder“ sucht, landet oft bei Shop-Seiten, die Geräte mit Fruchtsorten anzeigen. Verkauft werden dürfen diese Geräte an Kinder und Jugendliche nicht. Seit 2016 gilt das Abgabeverbot des Jugendschutzgesetzes ausdrücklich auch für E-Zigaretten und E-Shishas, und zwar unabhängig davon, ob sie Nikotin enthalten (§ 10 Abs. 3 und 4 JuSchG).
Was es im Handel gibt, sind sogenannte Fake-Vapes: Spielzeug oder Kaugummi in Vape-Optik, teilweise mit Lichteffekt. Sie verdampfen nichts, gewöhnen Kinder aber an das Bild und die Handbewegung. Kinderärzte und Präventionsstellen raten davon ab.
Was das Jugendschutzgesetz genau regelt
| Frage | Regel | Wer ist verantwortlich? |
|---|---|---|
| Darf ein Laden einem 16-Jährigen eine Vape verkaufen? | Nein, weder mit noch ohne Nikotin. | Verkäufer: Bußgeld bis 50.000 € (§ 28 JuSchG) |
| Darf ein Automat Vapes ausgeben? | Nur mit Altersprüfung, die Kinder und Jugendliche zuverlässig ausschließt. | Aufsteller des Automaten |
| Darf ein Jugendlicher in der Öffentlichkeit dampfen? | Gewerbetreibende und Veranstalter dürfen es nicht gestatten. | Veranstalter, Gastwirt, Händler |
| Wird das Kind bestraft? | Nein. Das JuSchG sieht kein Bußgeld für Kinder vor. | – |
| Darf die Polizei die Vape einziehen? | Sie kann sie nach Landespolizeirecht sicherstellen und die Eltern informieren. | Polizei, Ordnungsamt |
| Darf ein Erwachsener eine Vape für einen Jugendlichen kaufen? | Händler und Veranstalter handeln ordnungswidrig. Privat ist es kein Bußgeldtatbestand, untergräbt aber den Jugendschutz. | Händler, Veranstalter |
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Quelle: Jugendschutzgesetz §§ 10, 28; Schulordnungen der Länder · Stand 04.11.2026
Wie schädlich sind Vapes für Kinder und Jugendliche?
Die meisten Vapes enthalten Nikotin. In Deutschland sind höchstens 20 mg/ml und 2 ml Liquid pro Gerät erlaubt. Nikotin macht abhängig, und Jugendliche reagieren empfindlicher darauf als Erwachsene. Das Gehirn entwickelt sich bis Mitte 20, Nikotin kann dabei Aufmerksamkeit, Lernen und Impulskontrolle beeinträchtigen (CDC).
- Abhängigkeit: Süße Sorten und unauffällige Geräte führen dazu, dass Jugendliche öfter und länger ziehen als bei einer Zigarette.
- Atemwege: Der Dampf enthält neben Nikotin feine Partikel und Aromastoffe, die beim Erhitzen Reizstoffe bilden können.
- Illegale Geräte: Viele Einweg-Vapes auf Schulhöfen sind nicht in der EU zugelassen (z. B. mit 12.000 Zügen) und enthalten deutlich mehr Liquid als erlaubt.
- Krampfanfälle: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat Berichte über Krampfanfälle nach E-Zigaretten-Nutzung gesammelt, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ein direkter Zusammenhang ist nicht belegt, Nikotin kann in hoher Dosis aber Krampfanfälle auslösen.
Auch „ohne Nikotin“ ist nicht harmlos: Die Inhaltsstoffe Propylenglykol, Glycerin und Aromen sind zum Essen zugelassen, nicht zum Einatmen. Und nicht jede Packung hält, was sie verspricht.
Woran erkennen Eltern Vapes?
- Kleine, bunte Geräte mit Mundstück, oft mit Display oder Leuchtring
- Süßlicher Geruch nach Obst, Kaugummi oder Energy-Drink, der schnell verfliegt
- Ein zusätzliches USB-C-Kabel, obwohl das Handy anders lädt
- Leere Kartons mit Zugzahlen wie „600“, „800“ oder „12000“
- Häufiger Durst, Räuspern oder trockener Mund
Unbekannte Gerätenamen können Sie in der Produktdatenbank vapevote.de nachschlagen. Dort steht zu jedem Modell, wie viel Liquid und Nikotin es enthält und ob es in Deutschland überhaupt verkauft werden darf. Das hilft einzuschätzen, ob Ihr Kind ein zugelassenes Gerät oder eine illegale 12k-Vape hat.
Mein Kind dampft – was jetzt?
- Ruhig bleiben. Strafen und Verbote ohne Gespräch führen meist dazu, dass heimlicher gedampft wird.
- Fragen statt verhören: Seit wann? Mit wem? Woher kommt die Vape? Die Antwort auf die letzte Frage ist wichtig, wenn ein Laden an Minderjährige verkauft.
- Über Nikotin sprechen: Viele Jugendliche wissen nicht, wie viel Nikotin in einer Einweg-Vape steckt. Eine Vape mit 2 ml und 20 mg/ml enthält 40 mg.
- Hilfe holen: Die BIÖG-Telefonberatung zur Rauchentwöhnung (0800 8 31 31 31, kostenlos) berät auch Jugendliche und Eltern. Bei starker Abhängigkeit hilft die Kinder- und Jugendarztpraxis.
- Verkäufer melden: Wer an Minderjährige verkauft, kann beim Ordnungsamt der Stadt gemeldet werden.
Notfall: Kind hat Liquid verschluckt
Vorbeugen: Liquids, Pods und Geräte immer außer Reichweite von Kindern lagern, Flaschen kindersicher verschließen und leere Einweg-Vapes nicht im Hausmüll liegen lassen, sondern im Handel oder beim Wertstoffhof abgeben.
Weiterlesen: Jugendschutzgesetz einfach erklärt · Social-Media-Verbot für Kinder
Häufige Fragen
Ist Vapen mit 14 strafbar?
Nein. Das Jugendschutzgesetz verbietet die Abgabe an Kinder und Jugendliche, bestraft aber nicht das Kind. Die Polizei kann die Vape einziehen und die Eltern informieren. In der Schule gelten die Regeln der Schulordnung.
Ist Vapen ohne Nikotin für Jugendliche erlaubt?
Nein, das Abgabeverbot gilt seit 2016 ausdrücklich auch für nikotinfreie E-Zigaretten und E-Shishas (§ 10 JuSchG). Sie dürfen erst ab 18 verkauft werden.
Was passiert, wenn ein Minderjähriger mit einer Vape erwischt wird?
In der Öffentlichkeit dürfen Polizei oder Ordnungsamt die Vape einziehen und die Eltern informieren. Ein Bußgeld bekommt der Jugendliche nicht. Der Händler, der verkauft hat, riskiert dagegen bis zu 50.000 Euro.
Ist eine E-Zigarette schädlich für Kinder?
Ja. Nikotin macht schnell abhängig und kann die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen. Für Kleinkinder ist verschlucktes Liquid giftig. Auch nikotinfreie Vapes sind nicht harmlos, weil Aromastoffe zum Einatmen nicht geprüft sind.
Wie viel Nikotin hat eine Einweg-Vape?
In Deutschland höchstens 40 mg pro Gerät (2 ml mit 20 mg/ml). Illegale Geräte mit 10 oder 20 ml enthalten ein Vielfaches davon.
Quellen
- Jugendschutzgesetz (JuSchG) § 10 – Rauchen in der Öffentlichkeit, Tabakwaren und andere nikotinhaltige Erzeugnisse
- Jugendschutzgesetz (JuSchG) § 28 – Bußgeldvorschriften
- Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG) § 14 – E-Zigaretten und Nachfüllbehälter
- CDC: Health Effects of Vaping, Stand 2024
- FDA: Some E-cigarette Users Are Having Seizures, Most Reports Involving Youth and Young Adults, 2019
- Kinderärzte im Netz: Alarmierender Trend – Kinder greifen häufiger zur E-Zigarette
- BIÖG: Telefonberatung zur Rauchentwöhnung